Die Alternative zu Amazon beim Bücherkauf

Als direkte Alternative zu Amazon für den Büchermarkt fällt mein Blick als erstes auf Online Alternativen. Folgendes habe ich gefunden:

Die Hilfe-für-Kinder-in-Not Online-Alternative zu Amazon

Das Bücher- und Medienportal Fairbuch.de mit über 5 Millionen Titeln im Angebot verspricht, alle Erlöse für Kinder in Not zu teilen, d.h. der Kindernothilfe e.V. zu spenden.

Fairbuch.de praktiziert Spendentransparenz im Sinne des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) und verpflichtet sich, 2% des Endverbraucherpreises aller über die Website www.fairbuch.de verkauften Bücher, Hörbücher, eBooks, DVDs, CDs, Software, PC-Spiele und Spielwaren an die Kindernothilfe zu spenden. Das sind laut Fairbuch.de bei vielen Bestellungen mehr als 50% des Gewinns für diese Bestellung, was seit April 2013 so aber nicht mehr von Fairbuch.de formuliert wird, weil  pauschale, nicht umgehend überprüfbare Aussagen wie “50% des Gewinns” vom DZI nicht akzeptiert werden. Bücher-Lieferungen innerhalb Deutschlands gibt es übrigens frei Haus. Das schmälert zwar den Gewinn von Fairbuch.de, aber eben auf diese Weise nicht die Spendenhöhe. Fairbuch.de schreibt hierzu auf seiner Website:

“Wir haben uns Anfang Mai 2013 entschlossen, dass alle Bestellungen, die mindestens ein Buch enthalten und in Deutschland ausgeliefert werden, VERSANDKOSTENFREI sein sollen. Das kommt unseren Kunden sehr entgegen, aber nicht unserer Gewinnspanne. Dem Entschluss zur Versandkostenfreiheit liegt zugrunde, dass große Internetanbieter (alle wissen, wen wir meinen) mit Versandkostenfreiheit nahezu alle Bestellungen unter 20 Euro an sich ziehen, was Anbietern wie Fairbuch.de nicht recht sein kann. Fairbuch.de will, dass Spendenbereitschaft nicht am Porto scheitern soll.”

Seit Amazon, Zalando und Co. denkt alle Welt, es wäre das Normalste der Welt, einfach keine Versandkosten zahlen zu müssen. Ich frage mich ernsthaft: Wie kommt man darauf? Schließlich haben Amazon und Zalando jahrelang rote statt schwarze Zahlen geschrieben. Mit solchen agressiven Methoden großer “Versandmaschinen” (schönes Wort) können kleinere Online-Buchhändler schwer mithalten.

Die Grüne Online-Alternative zu Amazon

Ecobookstore spendet laut eigener Aussage 70% seines Gewinns für den Schutz des Regenwaldes an “Rettet den Regenwald e.V.” Rettet den Regenwald e.V. ist eine politisch unabhängige Umweltorganisation und wurde 1868 von Reinhard Behrend gegründet. Sie setzt sich aktiv für den Erhalt der Regenwälder, ihre Bewohner und soziale Reformen in den betroffenen Regionen ein.

Die Social Community Accounts für Facebook, Google+, Twitter und Utopia von Ecobookstore werden betrieben durch die Macadamu UG, verantwortlich für den Inhalt auf ecobookstore.de und Vertragspartner bei Postversand ist aber die Libri GmbH.

Die soziale Alternative zu Amazon

buch7.de begrüßt den Besucher mit einem “Willkommen beim Buchhandel mit der sozialen Seite” und fördert nach eigener Aussage mit 75% ihres Gewinns soziale, kulturelle und ökologische Projekte.

Online-Alternativen zu Amazon – alles Libri oder was?

Das Bücher- und Medienportal FairBuch.de ist – ebenso wie der Ecobookstore – Vertragspartner der Libri GmbH aus Hamburg, einem europaweit tätigen Buchgroßhändler, der Tausende von Buchhandlungen beliefert. Im Impressum von buch7.de steht zwar nicht die Libri GmbH, sondern die buch7.de GmbH, aber buch7.de kauft auch beim Großhändler Libri ein.

Was bedeutet es, dass Libri hier überall seine Hände mit im Spiel hat? Braucht und gibt es Alternativen hierzu? Vereinzelt habe ich in diesem Zusammenhang im Netz den Vorwurf des Greenwashings entdeckt, z.B. hier: Utopia Community – Gibt es einen ethischen E-Book-Anbieter. Auf den auf dieser Seite formulierten Vorwurf des Greenwashings hat sich Markus Danieli von Ecobookstore direkt geäußert und ich möchte mich ihm anschließen:

“Natürlich wäre es schön, wenn wir einen komplett eigenen Shop hätten und diesen mit 5 Millionen fair und ökologisch hergestellten Büchern befüllen könnten… doch dafür sind wir (im Moment noch) viel zu klein. Unser ökologischer Beitrag liegt in den monatlichen Spenden für den Schutz des Regenwaldes (70% des Gewinns durch den Verkauf in unserem Shop).
Mit Libri als Partner haben wir aus unserer Sicht eine sehr gute Wahl getroffen und dass ein Buchgroßhändler die unterschiedlichen Firmen mit Büchern beliefert ist nicht außergewöhnlich (auch Amazon muss irgendwo seine Bücher kaufen).
Den Shop zu betreiben und zu bewerben ist sehr viel Arbeit und der Spendenbeitrag von fast 3.000 € für den Schutz des Regenwaldes in den ersten 18 Monaten seit Bestehen von Ecobookstore kann sich unserer Meinung nach wirklich sehen lassen.” (s.a.: http://www.ecobookstore.de/shop/action/mymagazine/89212/alternativen_zu_amazon.html?aUrl=90008524)

Die E-Book-Alternative zu Amazon

Die Libri GmbH betreibt selbst einen Online-Buchhandel (aus der Tochtergesellschaft Libri.de wurde inzwischen die eBook.de NET GmbH). Inzwischen kaufen die eBook.de-Kunden laut eigener Aussage von eBook.de im Shop mehr E-Books als gedruckte Ausgaben. Das spart ja zumindest mal Papier!

Was tun, wenn man große Konzerne wie Amazon, Libri, KNW, Thalia und Co. umgehen möchte?

Neben eBook.de erhielt auch bücher.de bei einem E-Book-Portale Test von Stiftung Warentest (Okt-Ausgabe 2013) den 1. Platz (Quelle: www.boersenblatt.net/638721/).

Das Portal der eBuch e.G. www.ebuch.net ist ein Zusammenschluss von Buchhandlungen.  Laut eBuch e.G. gibt es zur Zeit 500.000 E-Books von 600 Buchhandlungen. Die E-Books kann man bei eBuch.de kaufen, wobei man auf der Websitee über die PLZ-Suche zusätzlich nach Buchhandlungen in seiner Region suchen kann.

Ein weiterer Ebook-Anbieter aus Berlin, der nicht zu den großen Medienkonzernen gehört, ist beam eBooks.

libreka! ist eine Plattform, die vom Börsenverein des deutschen Buchhandels ins Leben gerufen wurde, ist somit ein Zusammenschluss von Buchhändlern, Verlegern, etc. und schreibt über sich selbst:

libreka!ist die große E-Book-Plattform für den deutschsprachigen Raum – mit einem umfassenden Leistungsangebot, das von der Information über die Möglichkeit zum Reinlesen in Bücher bis zum Kauf von E-Books und gedruckten Büchern reicht. 2.365.573 Bücher aus über 1.960 Verlagen mit über 50 Millionen Buchseiten stehen für die Suche zur Verfügung und 976.625 E-Books zum Kauf bereit. Wer als Leser Bücher sucht, ist bei libreka! an der richtigen Adresse.

Alternative zu Amazon für gebrauchte Bücher

Will ich Amazon meiden, sollte ich dann wohl auch meine gebrauchten Bücher nicht mehr über Amazon kaufen. Allerdings gebe ich zu, dass ich derzeit noch regelmäßig bei Amazon die Rezensionen durchschaue, bevor ich mich für ein Buch entscheide. Wo gibt es also inzwischen ein ähnlich gutes Angebot an Rezensionen wie bei Amazon? Kommentare hierzu erwünscht!

booklooker.de wird im Web immer wieder genannt und ist ein Angebot der cBooks Germany GmbH aus Düsseldorf. Inzwischen habe ich dort probeweise auch schon drei gebrauchte Bücher bestellt. Der Bestellprozess ging flott, die anschließende Kommunikation auch und z.T. zahlt man deutlich weniger Versandkosten als wenn man seine gebrauchten Bücher über Amazon bestellt. Dort sind pauschal immer 3 EUR innerhalb Deutschlands fällig.

Bei gebrauchten Büchern werden im Internet auch Tauschnetzwerke empfohlen wie z.B. www.tauschticket.de, aber Achtung: Tauschticket ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU; ist demnach also keine wirkliche Alternative zu Amazon!

Das ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher) schreibt auf seiner Website über sich selbst:

Das ZVAB ist weltweit das größte Online-Antiquariat für deutschsprachige Titel. Tausende professionelle Antiquare bieten auf zvab.com rund 25 Millionen antiquarische oder vergriffene Bücher sowie Noten, Graphiken, Autographen, Postkarten und Schallplatten zum Kauf an.

Die Regionale Alternative zu Amazon

Wenn ich will, dass es weiterhin richtige Buchhandlungen in meiner Stadt gibt, ist es logischerweise notwendig, dass ich meine Buchhändler vor Ort unterstütze. Nun merke ich, wie wenig Buchhandlungen ich in meiner Stadt kenne, weil ich jahrelang gar nicht vor die Tür gegangen bin, um meine Bücher zu kaufen.

In Hamburg gehe ich inzwischen gerne in folgende Buchhandlungen:

Heymann gibt es 15x in und um Hamburg. Der Service bei Heymann gefällt mir sehr gut. Wenn ich in meiner nächst gelegenen Heymann-Buchhandlung eine Bestellung aufgebe, sind die bestellten Bücher in der Regel am nächsten Werktag da. Außerdem habe ich neulich einmal ein ganz bestimmtes Frühstücksbrettchen gesucht, und wollte es nicht direkt beim Hersteller im Internet kaufen, weil die Versandkosten fast so teuer waren wie das Brettchen selbst. Auf der Website des Frühstücksbrettchen-Herstellers war Heymann als Händler gelistet. Also rief ich in meinem Heymann-Buchladen an und die Mitarbeiterin dort hat mir kompetent die Buchhandlung in Hamburg genannt, bei der es das Frühstücksbrettchen laut Computer noch gab. Als ich das Brettchen dann abholte, bin ich noch auf einen Teenager-Krimi gestoßen, den einer der Mitarbeiter dort empfahl. Dieser Mitarbeiter war dann auch gerade dort und ich konnte mit ihm nochmal kurz besprechen, ob dieses Buch wohl das richtige Geschenk für die Tochter meiner Freundin ist.  Das nenne ich Service! Ich denke, jeder, der noch in einen Buchladen “GEHT” hat so eine Geschichte schon einmal erlebt und das sollte dazu motivieren, die lokalen Buchhändler vor Ort zu unterstützen!

Die Mitarbeiter bei KiBuLa, dem Kinderbuchladen auf der Uhlenhorst, kann ich nur empfehlen. Durch Zufall habe ich dort einmal einen Lese-Abend verbracht und bin mit zahlreichen Empfehlungen und Anregungen reicher nach Hause gegangen. Die Mitarbeiter dort sind unglaublich belesen und kompetent, auch in Sachen Erwachsenen-Literatur.

Die Stadtbibliothek ist eine Alternative für die, die nicht jedes Buch, dass sie lesen wollen, gleich kaufen müssen. In Hamburg gibt es z.B. die Bücherhallen. Dort kann man übrigens nicht nur Bücher ausleihen, sondern auch seine gebrauchten Bücher abgeben.

Die Büchergilde Gutenberg ist ein Buchclub, d.h. es wird ein Mitgliedsbeitrag erhoben. Ich finde ich Büchergilde generell unterstützenswert, da er jungen Künstlern Chancen bietet, bekannter zu werden. Es gibt in verschiedenen Städten Läden, man kann aber auch online einkaufen. Ich selbst bin (noch) kein Mitglied, habe aber bereits Bücher von der Büchergilde geschenkt bekommen, die mir sehr gut gefallen haben. Allerdings habe ich auch schon vereinzelt von Bekannten und Freunden gehört, dass Sie aus der Büchergilde wieder ausgetreten sind, weil Ihnen das Angebot auf Dauer doch nicht breit genug war. Wer hat Erfahrung mit der Büchergilde gemacht? Über Kommentare würde ich mich freuen!

Amazon ist jedenfalls keine Alternative mehr für mich!

Bei meinen Recherchen für diesen Beitrag bin ich auf folgenden Stern-Artikel gestoßen aus dem Dezember letzten Jahres, in dem es darum geht, dass Hamburger Einzelhändler sich nicht mehr als “Packstation” von Amazon und Zalando missbrauchen lassen: Einzelhändler sagen Amazon und Zalando den Kampf an.

Dieser Artikel hat mich zu der Idee inspiriert, selber keine Pakete mehr von Amazon, Zalando und Co. anzunehmen für meine Nachbarn, ABER: primär schade ich damit zunächst einmal dem netten DHL-Mitarbeiter, der durch mich dann noch mehr Arbeit hat. Und was denken meine Nachbarn dann wohl von mir? Obwohl ich sie damit vielleicht zum richtigen Nachdenken bringe? Was haltet Ihr davon?

Was ich nun noch tun muss: meinen Amazon-Account löschen – den habe ich bisher noch.

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